Sascha Lobo, der einflußreiche Influencer für digitale Themen in Deutschland, hat einen hoffnungsvollen Blick auf KI und Deutschland geworfen. Er postuliert eine mögliche neue Gründerzeit - ähnlich wie vor 150 Jahren. Das ist überraschend, aber nicht ganz aus der Luft gegriffen.
In der Gründerzeit des 19. Jahrhunderts wurden die noch heute weltweit bekannten deutschen Konzerne gegründet: Bosch, Siemens, Mercedes, Bayer, Henkel, Continental, BASF und so weiter. Warum entstanden gerade zu dieser Zeit diese Innovationen? Die Elektrifizierung und die Eisenbahn hatten viele Menschen beflügelt, den technologischen Fortschritt aktiv mitzugestalten. Das brachte die Tüftler*innen auf das Spielfeld.
Heute sieht Sascha Lobo neue Anzeichen für ein neues "KI-Tüftlertum":
- OpenAI veröffentlichte im letzten Jahr Zahlen, nach denen Deutschland an Platz zwei steht, was die Nutzung der KI-Schnittstelle angeht, nur hinter den USA.
- auch schon im letzten Jahr hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung herausgefunden, dass über 60% der Menschen in Deutschen Büros längst KI für die Arbeit benutzen, die Mehrheit – Zitat – "allerdings werden KI-Anwendungen mehrheitlich nicht vom Arbeitgeber eingeführt, sondern informell genutzt."
Heisst: Es wird schon kreativ mit der neuen Technologie umgegangen. Die heutigen Tüftler*innen laden die hochgeheime Geschäftsdaten-Excel runter aus dem Intranet (oder wo sowas heute verbreitet wird) und laden sie bei ChatGPT wieder hoch. Sie schaffen so eine Grafik von mittlerer Imposanz und drei leicht verdrechselte Sätze, die beim Vorstand besser ankommen als "Sorry, habs verbockt". Tüftler schaffen Lösungen.
Das Ausprobieren und Tüfteln mit KI wird möglicherweise einen neuen Erfolg analog zur damaligen Gründerphase antreiben, da heute viele Menschen darüber nachdenken, was zu tun ist, damit der eigene Job in fünf Jahren noch existiert. Aktuell hat nur noch niemand eine wirkliche Ahnung, was genau dafür zu tun ist. Aber so ist das mit dem Tüfteln eben.